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Im ersten Teil haben wir herausgefunden, wie deine Solarpanels fleißig Gleichstrom produzieren. Doch damit kannst du weder deinen Kaffee kochen noch deinen Computer betreiben, denn die Geräte in deinem Haushalt benötigen Wechselstrom. Hier kommt der Wechselrichter ins Spiel – das Gehirn deiner Solaranlage. In diesem Beitrag schauen wir uns an, wie dieses wichtige Gerät den Gleichstrom in den passenden Wechselstrom für dein Zuhause umwandelt und ihn ins Netz einspeist.
Warum Wechselstrom und wie wird er erzeugt?
Unser gesamtes öffentliches Stromnetz basiert auf Wechselstrom (AC), da er sich über weite Strecken effizienter transportieren lässt. Deine Steckdosen liefern daher eine Wechselspannung von 230 Volt mit einer Frequenz von 50 Hertz. Der Wechselrichter hat die anspruchsvolle Aufgabe, den konstanten Gleichstrom (DC) vom Dach in eine perfekte sinusförmige Wechselspannung umzuwandeln, die exakt synchron mit dem Stromnetz ist.
Dafür nutzt er eine hochentwickelte Leistungselektronik. Im Inneren zerhacken schnelle Schalter (meist Transistoren) den Gleichstrom in winzige Pulse. Diese pulsierende Spannung wird anschließend durch Spulen und Kondensatoren gefiltert und geglättet, bis am Ende eine saubere Sinuswelle entsteht – identisch zu dem, was aus dem öffentlichen Netz kommt.
Clever einspeisen: Das On-Grid-Prinzip
Damit der selbst erzeugte Strom auch wirklich in dein Hausnetz fließt und nicht umgekehrt, wendet der Wechselrichter einen Trick an: Er erzeugt eine Spannung, die immer minimal höher ist als die aktuelle Spannung des öffentlichen Netzes. Da Strom physikalisch bedingt immer vom Punkt der höheren Spannung zum Punkt der niedrigeren fließt, wird deine Solarenergie ganz automatisch in dein Hausnetz „gedrückt“. Überschüssiger Strom, den du nicht sofort verbrauchst, fließt weiter ins öffentliche Netz.
Und was passiert, wenn du auf einer Phase deines Hauses Strom einspeist, aber der Kühlschrank auf einer anderen Phase läuft? Kein Problem! In Deutschland sind die Stromzähler für Privathaushalte fast immer saldierend. Das bedeutet, der Zähler verrechnet die Leistung über alle drei Phasen. Speist du auf Phase L1 300 Watt ein und verbrauchst auf Phase L2 gleichzeitig 300 Watt, ist die Bilanz für den Zähler null. Du musst also keine Gedanken darauf verwenden, auf welcher Phase deine Verbraucher angeschlossen sind. Wenn du mehr über dieses Thema wissen willst, lies gerne meinen Beitrag "Das Mysterium des Stromzählers"
Fazit: Das Gehirn deiner Anlage
Der Wechselrichter ist also weit mehr als nur ein Umwandler. Er ist die intelligente Steuerzentrale, die sicherstellt, dass dein Solarstrom perfekt aufbereitet, sicher und effizient genutzt wird. Er maximiert deinen Ertrag und managt die Einspeisung ins Netz.
Zusammen mit dem Wissen aus Teil 1 verstehst du nun den gesamten Weg von der Sonne bis in deine Steckdose. Und wenn du, gerade als Besitzer eines Balkonkraftwerks, deinen Eigenverbrauch auf die Spitze treiben willst, brauchst du präzise Live-Daten.
Ein Blick aus dem Fenster reicht nicht, aber ein Display im Wohnzimmer zeigt dir genau, wann der beste Moment ist, um die Waschmaschine zu starten. Wenn dich eine solche Lösung interessiert, die ohne komplizierte App auskommt, schau mal bei sunastro.info vorbei.
Beste Grüße, Alex